Schnellkeimende Rasensamen gelten als Wunderwaffe der Wiesenpflege. Sie stellen Unkräuter in den Schatten und schließen hässliche Löcher im Grün. Doch es gibt ein paar Haken.
Der beste Rasen ist sattgrün, robust und so dicht, dass Wildkräuter vergeblich um einen Platz an der Sonne kämpfen. Doch wie so oft im Leben kann man nicht alles haben. Gerade im ausklingenden Winter müssen Schrebergärtnerinnen und Schrebergärtner sehr stark sein. Denn viele Wiesen sind mehr Wildwuchs als alles andere. Weit weg von sattgrün und statt dicht meistens eher licht. Mit einmal Rasen mähen, ist es da nicht getan. Und selbst wenn die Wiese gemäht, vertikutiert und gewalzt ist, müssen die Lücken zügig gefüllt werden. Genau hier kommen schnell keimende Rasensamen ins Spiel. Vom Namen her die Wunderwaffe der Wiesenpflege.
Turbo-Nachsaat: Was spricht für schnellkeimende Samen?
Schneller als mit den schnell keimenden Rasensamen kann der vom Winter ramponierte Rasen nicht begrünt werden. Bei perfekter Witterung, das sind Bodentemperaturen zwischen 10 und 20 Grad Celsius, keimen einige Rasensorten bereits nach vier bis fünf Tagen. Werden die Halme dann mit ausreichend Wasser versorgt, ist das Grün schon nach drei bis vier Wochen wieder dicht.
Als Schnellkeimer bekannt, sind unter anderem die Sorten Rotschwingel und deutsches Weidelgras.
Weil die Halme so schnell sprießen, haben andere Pflanzen kaum Chancen, sich ihren Weg aus der Erde zu bahnen und sich auf der Rasenfläche nachhaltig zu etablieren.Auch aus diesem Grund sind schnell keimende Rasensamen ideal, um kahle Stellen in der Wiese auszubessern oder auf kleineren Flächen nachzusäen, die vorher für andere Dinge genutzt wurden.Die Turbosamen sind ein Segen für Familien mit Kindern. Mit etwas Wetterglück kann das Grün nämlich schon nach etwa vier Wochen wieder betreten und zum Toben und Spielen genutzt werden. Wer also Ende März die Samen streut, kann den heiligen Rasen um Ostern herum schon wieder freigeben.
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Schattenseiten: Nachteile schnellkeimender Rasensamen
Im Gegensatz zu den gemächlich keimenden Samen wird den schnell keimenden Sorten nachgesagt, weniger robust zu sein. Zudem soll die Sprintfähigkeit beim Wachstum zu Lasten ihrer Lebensdauer gehen.Wer wenig Zeit hat, sollte sich das mit dem schnell keimenden Rasen noch einmal überlegen. Damit der so dicht und grün wie gewünscht wird, muss der Rasenmäher nämlich häufiger ran als bei normal wachsenden Sorten.Auch fürs intensive Spielen und Toben sind die Halme schnell keimender Rasensamen nur bedingt geeignet. Ihre Widerstandskraft ist begrenzt.Bei akkurater Pflege benötigen Sie mehr Wasser, um aus schnell keimenden Rasensamen und den jungen Halmen eine sattgrüne Wiese zu zaubern.
Schnellkeimende Rasensamen sind die ideale Lösung fürs Löcher stopfen im Frühjahr. Wer zum Start in die Gartensaison also nur Teile der Rasenfläche reparieren oder kleinere Stücke frisch begrünen möchte, kann zu den sprintstarken Körnern greifen. Wichtig: Die Pflege der Ausbesserungen nimmt kurzfristig etwas mehr Zeit in Anspruch. Für komplett neu anzulegende Rasenflächen und Hobby-Greenkeeper mit wenig Zeit dürften dagegen klassische Rasensamen die bessere Wahl sein.