Bis Ende Juli sind in Deutschland 236 Menschen beim Schwimmen ertrunken, oft in Seen und Flüssen. Bei jüngeren Opfern spielen häufig Leichtsinn und Alkohol eine Rolle.

Wenn dieses Badejahr gnädiger verläuft als 2024, liegt das wohl am Wetter: 236 Menschen sind bis zum 31. Juli 2025 in Deutschland ertrunken. Das sind 16 weniger als im Vorjahreszeitraum – doch das geht nach Auskunft der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V.) wohl vor allem darauf zurück, dass der siebte Monat dermaßen verregnet war. Denn die weitaus meisten fatalen Unfälle ereigneten sich nicht beim sportlichen Schwimmen, sondern an Seen (87 Ertrunkene), Flüssen (85) und der Ostseeküste (10).

Ute Vogt, die Präsidentin der DLRG, sagt: „Vielfach ereignen sich diese Unfälle abseits bewachter Badebereiche. Hilfe ist dann oft nicht in Sicht oder zu spät vor Ort“ – denn gerade dort ist ja weder einer der 5500 ehrenamtlichen Lebensretter zugegen noch eine größere Menschenmenge, in der sich oft fähige Schwimmer als Laienretter finden.

Leichtsinn, Übermut, zuweilen auch Alkohol spielen gerade bei den jüngeren Opfern eine große Rolle. 97 Prozent der 49 Verunglückten zwischen elf und 30 Jahren waren männlich – das entspricht 48 von 49. Ein hoher Anteil der Opfer sind erwartungsgemäß Nichtschwimmer. Ihnen fehlt nicht nur die Fähigkeit, eine ausreichende Strecke im Wasser zurückzulegen, sondern auch die notwendige Ruhe, die man in einer extremen Schrecksituation braucht, um richtig zu handeln: Wer weiß, was zu tun ist, gerät nicht in Panik. 

Schwimmen: eine Grundfertigkeit

Schwimmen ist deshalb eine Grundfertigkeit, die allen Menschen vermittelt werden sollte– und die man noch in jedem Alter erwerben kann. Die großen Lücken, die sich dabei in den vergangenen Jahren aufgetan haben, scheinen vielen politisch Verantwortlichen bewusst zu sein, doch werden sie nicht konsequent geschlossen.

Älteren, die einen neuen Schwimm-Anfang machen wollen, raten Experten zu einem ärztlichen Check, um sich ihrer Fitness zu versichern.