Auf dem Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg zeichnet sich keine Entspannung ab. Die Arbeitslosigkeit nimmt im August zu. Wie sehr – und wo gibt es Chancen?
Der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg bleibt angespannt. Im August stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 4,1 Prozent auf 305.352, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Stuttgart mitteilte. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,7 Prozent. Die Agentur griff für die Statistik auf Datenmaterial zurück, das bis zum 13. Juli vorlag.
Angesichts der Herausforderungen am Arbeitsmarkt sei es wichtiger denn je, jetzt in Bildung, Ausbildung und berufliche Qualifizierung zu investieren, sagte Martina Musati, Chefin der Regionaldirektion. Sie bitte deshalb die Unternehmen, den Jugendlichen, die noch einen Ausbildungsplatz suchten, eine Chance und damit auch eine Perspektive zu geben. Diese jungen Menschen sicherten als gut ausgebildete Fachkräfte von morgen die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft.
Der Anstieg der Anzahl der arbeitslosen Menschen um 4,1 Prozent ist für den Monat August als saisonüblich zu bewerten, wie die Regionaldirektion weiter mitteilte. In der Regel steigt die Arbeitslosigkeit von Juli zu August um 4 bis 6 Prozent. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sagte, über 300.000 Arbeitslose im Land seien ein klares Warnsignal für den Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg. „Es ist ein Einschnitt, der uns vor Augen führt, wie verletzlich der Südwesten trotz seiner immer noch starken Wirtschaftskraft geworden ist.“
Die höchste Arbeitslosenquote im Land gibt es in Mannheim mit 8,0 Prozent, die niedrigste Quote in Biberach mit 2,9 Prozent.