Der stern wollte heraus­finden, ob ein E-Bike das Auto einer Familie in der Großstadt ersetzen kann. Und hat das Premio EVO 10 Lite von Pegasus im Hamburger Alltag getestet. 

Meine Familie verspeist Unmengen. Wir essen jede andere Familie unter den Tisch. Mein Mann und ich erledigen für unsere fünfköpfige Familie mit drei fast erwachsenen Kindern mindestens zweimal pro Woche Großeinkäufe. Wir stopfen Tonnen an Lebensmitteln in unsere Kühlschränke. Ja, Mehrzahl.

Viel essen bedeutet für uns auch, wir machen viel Sport. Jetzt meine Herausforderung: Ich verbinde diese Massen an Einkäufen für ein paar Wochen mit Bewegung. Ich nehme für alle Wege nicht das Auto, sondern das E-Bike von Pegasus.

Große Satteltaschen, robustes Fahrgefühl

Das Wichtigste an dem Rad ist also nicht die Rolleigenschaft, die Übersetzung oder ein Leichtmetall-Lenker. Es ist: der stabile Ständer. Damit es, voll bepackt, im engen Großstadtgewimmel nicht umfällt. Ich brauche obendrein mit riesigen Satteltaschen ein robustes Fahrgefühl und muss das Rad fix abschließen können. Zack, rein ins Geschäft, zack, raus. Ich hab ja nicht ewig Zeit.

Der erste Eindruck von meinem göttlichen Pferd: Das Pegasus schafft das. Es hat ein Speichenschloss, das geht ruckzuck. Der breite Alurahmen wird unter Bergen von Scheibletten-Käse, Lyoner und Nudeln nicht zusammenbrechen. Aber schaffe ich das?

Bei der Fahrt zum Supermarkt wird klar, dass das E-Bike sportlich wenig herausfordert. Dinge, auf die ich Wert lege, wie Fitness, Design – hier erkämpft sich das Pegasus nicht das gelbe Trikot der Tour de France. Würde ihm sowieso nicht passen. Form follows function. Fein.

Der Akku des Pegasus lässt sich rausnehmen
© Patrick Slesiona

Ich bepacke meinen grauen Haflinger mit den Einkäufen, eine Tüte muss an den Lenker. Ständer top. Ich drücke am Lenker auf den On-Knopf und galoppiere zügig zu den Kühlschränken nach Hause. Stellen Sie sich einen voll beladenen Pizzaboten vor, vorn, hinten, oben, unten Taschen, der im Sonnenuntergang über abgerockte Fahrradwege jagt. Das bin ich. In der Großstadtprärie ist das toll, im Verkehr bin ich schneller als mit dem Auto. Wenn doch alle E-Bike führen und wir die Straßen nur für uns hätten!

Für die Fahrten zur Arbeit oder ins Kino stelle ich mir den Sattel so hoch es geht und habe zumindest das Gefühl, auf einem schlankeren Vollblut zu sitzen. Auf die Idee, ins Auto zu steigen, komme ich nicht. Ich bin flexibler, habe keine Parkplatzsuche und gute Fahrtwind-Laune. Auf den Rückwegen erledige ich Kleinigkeiten, die ich sonst immer auf Samstag schiebe. Bei der Drogerie vorbei, Lieblingsbäcker, Blumenladen. Alles schmeiße ich hinten in die Satteltasche.

Mit dem E-Bike zur Pizzeria

Die Geschäfte leeren sich, die Kühlschränke zu Hause auch. Als beim Abendbrot der komplette Aufschnitt fehlt, sage ich zur Familie: „Kein Problem, ich schwing mich mal schnell auf mein hohes Pegasus-Ross.“ Diesmal habe ich keine Lust auf Großeinkauf. Ich mime die echte Pizzabotin und hole mal schnell fünf XXL-Pizzen beim Italiener ab. 

Pegasus Premio EVO 10 Lite
Preis: ab ca. 3799 Euro
Gewicht: ca. 29 kg
Drehmoment: 85 Nm
Reichweite/Akku: ca. 100 km/600 Wh