Das verheerende Feuer im Schloss Johannstorf, Kulisse für den Film „Das weiße Band“ von Michael Haneke, ist einen Monat her. Nun keimt Hoffnung, dass nicht alles verloren ist.

Einen Monat nach dem verheerenden Brand des Film-Schlosses Johannstorf in Nordwestmecklenburg suchen Experten nach Wegen, das bedeutende Baudenkmal aus dem 18. Jahrhundert zu retten. Trotz eines dramatischen Verlustes an historischer Substanz durch das Feuer am 1. März bestehe weiterhin ein Denkmalwert, erklärte das zuständige Kulturministerium in Schwerin nach einer Besichtigung der Ruine. Die Besichtigung war allerdings nur von außen möglich, da das Gebäude einsturzgefährdet ist, wie es hieß. Bekannt ist die Schlossanlage aus dem preisgekrönten Film „Das weiße Band“ von Michael Haneke. 

Ein Statiker bescheinigte den Angaben zufolge dem barocken Wasserschloss, infolge des Feuers nicht mehr standsicher zu sein. Es müsse gesichert werden. Der zuständige Landkreis teilte mit, dass Maßnahmen dafür bereits koordiniert würden. Dazu stehe man in engem Kontakt mit der Stadt Dassow. Die Kommune will wieder Eigentümerin der Schlossanlage werden, die sich aktuell in Privatbesitz befindet.

Die Investitionen des Eigentümers blieben dem Vernehmen nach weit hinter den Vorstellungen der Kommune zurück, die das Schloss einst veräußert hatte. So wurden lediglich Dach und Fassade erneuert, und das Schloss stand seit Jahren leer. Als Ursache für das Feuer vermuten die Ermittler vorsätzliche Brandstiftung.

Drehort für „Das weiße Band“

Die Schlossanlage war für die in Schwarz-Weiß gedrehte Geschichte um ein Dorf und seine Kinder vor dem Ersten Weltkrieg ein Drehort. „Das weiße Band“ erhielt beim Filmfestival in Cannes 2009 die Goldene Palme. 

Zu den schnell nötigen Maßnahmen gehört den Angaben zufolge ein Witterungsschutz, da das Dach durch den Brand verloren ging. „Das Dachtragwerk einschließlich der Balkenlage ist weitgehend zerstört“, berichtete ein Ministeriumssprecher. „Im Inneren ist das Treppenhaus gänzlich ausgebrannt, da es keine Decke zum Obergeschoss hatte.“ 

Die Räume des Obergeschosses seien vermutlich ebenfalls vollständig vernichtet, während im Erdgeschoss die Möglichkeit bestehe, dass die Flammen einige Räume nicht erreicht haben könnten. „Erhebliche Schäden sind durch Hitze und Löschwasser jedoch in jedem Fall zu erwarten“, schränkte er ein. Die Decke über dem Keller sei ein massives Gewölbe und – soweit einsehbar – erhalten.