Die umfangreichen und hohen Importzölle von US-Präsident Donald Trump haben Anleger kalt erwischt und die Börsen auf eine steile Talfahrt geschickt.

Donald Trumps radikale Zollpolitik macht sich an den Börsen bemerkbar: Der Leitindex Dow Jones Industrial büßte 3,98 Prozent auf 40.545,93 Punkte ein. Das war der größte prozentuale Tagesverlust seit mehr als drei Jahren. Das Börsenbarometer rutschte auf den niedrigsten Stand seit September vergangenen Jahres.

Noch größer waren die Verluste an der von großen Technologietiteln geprägten Nasdaq-Börse. Der Nasdaq 100 sackte um 5,4 Prozent auf 18.521,48 Punkte ab und fiel ebenfalls auf den tiefsten Stand seit September 2024. 

Etliche Chipaktien brachen prozentual zweistellig ein. Im Börsenjahr 2025 steht nunmehr ein Verlust von fast 12 Prozent für den Index zu Buche. Der marktbreite S&P 500 rutschte um 4,84 Prozent auf 5.396,52 Zähler ab.

Trumps Zollpaket: 20 Prozent auf Einfuhren aus Deutschland

Trump sagt mit einem gewaltigen Zollpaket Handelspartnern auf aller Welt den Kampf an. Seine Regierung führt neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe aus allen Ländern ein. Für viele Staaten sollen je nach Handelsdefizit deutlich höhere Strafabgaben greifen. Auf Einfuhren aus Deutschland und anderen Staaten der Europäischen Union in die USA sind demnach neue Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen.

Anleger weltweit befürchten nun, dass die Weltwirtschaft schweren Schaden nehmen könnte – auch die in den USA selbst, da die Preise steigen dürften, weil viele Konsumgüter durch die Zölle teurer werden. „Damit kommt es zu einem schwierigen Spagat für die US-Notenbank“, folgerte Thomas Gitzel von der VP Bank. Einerseits dürften die Inflationsraten durch die Zölle steigen, andererseits drohe die US-Wirtschaft selbst unter der Zolllast merklich abzukühlen.

Den Anlagestrategen der schweizerischen Bank UBS zufolge könnte das reale Bruttoinlandsprodukt der USA in diesem Jahr um 1,5 bis 2 Prozentpunkte sinken, während die Inflation auf fast 5 Prozent steigen könnte, falls die Zölle nicht bald zurückgenommen werden. Es passte ins Bild, dass eine Umfrage im wichtigen US-Dienstleistungssektor deutlich schwächer ausfiel als erwartet.

 „Offenbar sehen Anleger vor allem Risiken für die USA“

Die ohnehin schon große Verunsicherung dürfte noch zunehmen, da Trumps Politik die Finanzmärkte starken Schwankungen aussetzt. So geriet am Devisenmarkt der US-Dollar gegen alle wichtigen Währungen unter Druck.

 „Offenbar sehen Anleger vor allem Risiken für die USA“, schrieben die Devisenexperten von Dekabank. Anleger flüchteten in als sicher geltende Anlagen wie Staatsanleihen. Zehnjährige US-Papiere erreichten den höchsten Stand seit Oktober vergangenen Jahres.

Unter den „Glorreichen Sieben“, den sieben größten und bedeutendsten Tech-Unternehmen, gab es nur Verlierer. Am stärksten ging es für Apple mit einem Minus von mehr als 9 Prozent abwärts. Die Aktien litten vor allem darunter, dass China ein wichtiger Produktionsstandort des iPhone- und Mac-Herstellers ist. Auf diese Komponenten dürften nun Zölle fällig werden.

Diese Unternehmen trifft es besonders hart

Die Kurse von Chipherstellern brachen ein, die Papiere großer Produzenten wie Microchip Technology, Micron, Broadcom und NXP Semiconductors verloren prozentual zweistellig. Qualcomm und Analog Devices büßten jeweils mehr als 9 Prozent ein.

Aktien von Intel entzogen sich im späten Handel dem Abwärtssog im Chipsektor und stiegen um 2,1 Prozent. Auslöser der Gewinne war ein Branchenbericht über eine Kooperation von Intel mit dem taiwanesischen Chip-Riesen TSMC.

Auch andere Branchen mit globalen Lieferketten gerieten unter die Räder. Im Leitindex Dow traf es den Baufahrzeughersteller Caterpillar und den Flugzeugbauer Boeing überdurchschnittlich schwer.

Ebenfalls schwer betroffen waren Konsumgüterproduzenten und Bekleidungshersteller wie Nike mit minus 14,4 Prozent und Foot Locker mit minus 15,4 Prozent. Beide Aktien fielen auf mehrjährige Tiefstände.