Seit 1926 sitzt die oberste Finanzverwaltung Hamburgs am Gänsemarkt 36. Jetzt wird das historische Gebäude saniert. Die Renovierungsarbeiten sollen drei Jahre dauern.

Am Hamburger Gänsemarkt hat die Sanierung des historischen Gebäudes der Finanzbehörde offiziell begonnen. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) übergab einen symbolischen Holzschlüssel an Jan Zunke, den Geschäftsführer der städtischen Immobiliengesellschaft Sprinkenhof, die das Projekt managen soll. 

Die umfassende Sanierung soll nach Angaben des Senats 95,7 Millionen Euro kosten. Dressel hatte im November vergangenen Jahres versichert: „Wir werden auf jeden Fall im zweistelligen Millionenbereich bleiben.“ Ein erster Sanierungsplan war von Kosten in Höhe von 20 bis 30 Millionen Euro ausgegangen – allerdings für eine Minimallösung.

Behörden in Ausweichquartiere umgezogen

Das denkmalgeschützte Gebäude wurde vom Architekten und ehemaligen Hamburger Oberbaudirektor Fritz Schumacher (1869-1947) entworfen und 1926 fertiggestellt. Neben der Finanzbehörde sind zwei weitere Behörden am Gänsemarkt 36 beheimatet: der Rechnungshof und das der Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke zugeordnete Amt Bezirksverwaltung. 

Für die Sanierungszeit sind sie bereits in die ehemalige Haspa-Zentrale am Adolphsplatz und in die Dammtorstraße (Rechnungshof) umgezogen. Betroffen sind den Angaben zufolge rund 520 Mitarbeiter. Durch die Umzüge und die Zwischenunterbringung der Behörden entstehen nach Angaben des Senats weitere Kosten von rund 10 Millionen Euro.

Sanierung soll drei Jahre dauern

Die Renovierungsarbeiten sollen voraussichtlich im ersten Halbjahr 2028 abgeschlossen sein. Unter anderem sollen die Elektrik, IT-Leitungen, die Heizungsanlage und Sanitäreinrichtungen erneuert werden. Hinzu kommen die Sanierungen der Kellersohle und der Dacheindeckung sowie energetische Maßnahmen – etwa die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. 

Im Jahr 2006 hatte der damalige CDU-Senat das 21.000 Quadratmeter große Gebäude verkauft. Die Stadt kaufte das Gebäude im September 2023 zurück, und zwar laut Finanzbehörde für 119 Millionen Euro.