Das verheerende Feuer in der Schweinestall-Anlage Alt Tellin ist vier Jahre her. Strengere Vorschriften waren damals als Konsequenz gefordert worden. Was hat sich getan?
Vier Jahre nach dem verheerenden Brand der großen Schweinestall-Anlage in Alt Tellin mit rund 50.000 getöteten Tieren sehen Politiker und Umweltschützer viele ihrer Forderungen nach mehr Brand- und Tierschutz nicht erfüllt. „Eine Katastrophe wie diese kann sich jederzeit wiederholen“, erklärte der Grünen-Landtagsabgeordnete Harald Terpe. Die Brandschutzvorschriften seien nach wie vor unzureichend. „Nach 30 Minuten Feuerlast kann ein Stall weiterhin einstürzen. Damit bleibt die Gefahr allgegenwärtig.“
Am 30. März 2021 war die Stallanlage in Alt Tellin im Landkreis Vorpommern-Greifswald abgebrannt. Flammen und Rauch breiteten sich rasend schnell aus, Zehntausende Tiere verendeten. Die Brandursache konnte laut Staatsanwaltschaft nicht zweifelsfrei geklärt werden, die Ermittlungen wurden eingestellt. Den Schaden hatten Ermittler auf 40 Millionen Euro geschätzt.
Strengere Bauvorschriften gefordert
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) forderte, die in diesem Jahr auslaufende Genehmigung für die abgebrannte Anlage nicht zu verlängern. „Einen Wiederaufbau der gigantischen Tierfabrik darf es nicht geben“, betonte Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag. „Die Brandkatastrophe hat gezeigt, dass Tierhaltung in dieser Größenordnung unbeherrschbar ist.“
Der Linke-Landtagsabgeordnete Dirk Bruhn forderte den Bund zum Handeln auf. „Viele Punkte sind seit Jahren offen, so zum Beispiel die Anpassung der Tierschutznutztierverordnung, was die möglichen Stallgrößen betrifft, oder die Änderung der Bundesbauordnung hinsichtlich des Brandschutzes von Stallneubauten“, kritisierte er. „Der Bund darf die Länder nicht länger im Regen stehen lassen.“ Anlagen wie jene in Alt Tellin dürften nie wieder genehmigungsfähig sein.