Feierlicher Übergabeappell im Marinestützpunkt: Wechsel an der Spitze des Landeskommandos Schleswig-Holstein. Nach fünf Jahren geht Oberst Schneider.
Oberst Michael Skamel steht ab sofort an der Spitze des Landeskommandos in Schleswig-Holstein. In einem feierlichen Appell im Kieler Marinestützpunkt übertrug Generalleutnant André Bodemann, der Kommandeur Territoriale Aufgaben des Operativen Führungskommandos, das Kommando an den 59-Jährigen. Skamel folgt auf Oberst Axel Schneider (65), der nach fünf Jahren mit Ende seiner Amtszeit nach 45 Dienstjahren in den Ruhestand geht.
Bodemann sagte, Schleswig-Holstein habe eine strategische Bedeutung aufgrund der Seewege und des Nord-Ostsee-Kanals. Schneider sei seit 1978 in der Bundeswehr. Er beende seinen Dienst nach fast fünf Jahrzehnten. Seinen Spruch „alles stabil in Kiel“ werde er vermissen.
Mahnenden Abschiedsworte
Schneider selbst nahm zum Abschied Bezug auf die Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. „Deutschland spannt an“, sagte er. Die Streitkräfte würden jeden Tag besser. Den Menschen müsse man deutlicher sagen, dass diese Maßnahmen zum Schutz wirklich nötig seien. Die 83 Millionen Menschen in Deutschland dürften nicht nur zuschauen, wie das Militär das Land verteidige.
Nach der Zeremonie bestieg Schneider einen Transportpanzer „Fuchs“ für die symbolische Ausfahrt in den Ruhestand. Der Übergabeappell wurde begleitet durch das Antreten militärischer Verbände sowie der dänischen Heimwehr (Hjemmeværnet). Gastredner war Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU).
Lob von Günther
„Sie haben das Landeskommando Schleswig-Holstein mit Weitsicht und Entschlossenheit geführt“, sagte Günther zum Abschied von Schneider. Unter seiner Leitung habe sich die Zusammenarbeit zwischen zivilen Behörden und militärischen Kräften vorbildlich entwickelt.
Schneider habe viel für die Sicherheit der Menschen getan. „Sie waren in all den Jahren und in dieser weltpolitisch schwierigen Zeit auch für mich ein geschätzter und unverzichtbarer Ansprechpartner.“
Zum neuen Kommandeur sagte Günther, „wir werden über die Verteidigungsbereitschaft in unserem Land reden und gemeinsam klären, wie wir auch im zivilen Bereich für die erforderliche Abwehrfähigkeit sorgen“. Er wolle mit ihm daran arbeiten, die Brücke zwischen Bundeswehr und Gesellschaft weiter zu stärken.
Das Landeskommando ist zentraler Ansprechpartner der Bundeswehr für Landesregierung sowie zivile Behörden in Fragen der territorialen Verteidigung und zivil-militärischen Zusammenarbeit. Es plant und koordiniert Hilfe im Katastrophenschutz bei territorialen Aufgaben.