Sie wollte einen Deutschkurs besuchen und sich frei bewegen. Das war ihrem Partner nicht recht. Nun ist sie ein Pflegefall und er steht vor Gericht wegen versuchten Mordes.

Detmold – (dpa/lnw) Im Prozess um einen versuchten Mord an einer Schwangeren am Landgericht Detmold wird sich der Angeklagte nicht zum Tatvorwurf äußern. Das teilte der Anwalt des 25-Jährigen nach der Verlesung der Anklage am ersten Verhandlungstag am Mittwoch mit. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft war der Flüchtling aus Syrien mit der Lebensplanung seiner nach islamischem Recht mit ihm verheirateten Frau nicht einverstanden. Demnach wollte seine Lebenspartnerin einen Deutschkurs besuchen, ihre eigenen Finanzen verwalten und sich frei auch außerhalb ihres Zuhauses bewegen. 

Wiederholt habe sich das Paar zu diesem Thema gestritten, so die Staatsanwaltschaft. So auch im August 2024 als die beiden an einem See in Detmold saßen und gemeinsam etwas aßen. Nachdem die im fünften Monat Schwangere erneut betonte, dass sie sich in Deutschland emanzipieren wolle, soll der 25-Jährige versucht haben, sie zu töten. Er drückte sie unter Wasser, bis sie ohnmächtig war und warf den Körper dann laut Anklage in den See. Laut den Ermittlungen soll er zu diesem Zeitpunkt davon ausgegangen sein, dass die Frau tot war. Dann rief er die Rettungskräfte und meldete einen Unglücksfall. 

Nach Hirnschaden im Wachkoma

Die 21-Jährige, die ebenfalls aus Syrien stammt, wurde von den Rettungskräften reanimiert und kam ins Krankenhaus. Seitdem liegt die Frau in einer Hamburger Spezialklinik mit einem Hirnschaden im Wachkoma und wird ein Pflegefall bleiben. Das ungeborene Kind starb wenige Tage später im Mutterleib.

Das Landgericht setzt den Prozess im April fort.