Helen Frankenthaler vergoss verdünnte Farben auf dem Boden und bearbeitete die Farbeffekte. Was ist in der Ausstellung des Museums Ernst zu der US-Malerin des abstrakten Expressionismus zu sehen?
Ihre Farben hat sie auch auf dem Boden auf Leinwände vergossen: Wiesbadens neues Museum Ernst widmet Helen Frankenthaler (1928-2011), einer US-Malerin des abstrakten Expressionismus, eine Sonderausstellung.
Museumsgründer Reinhard Ernst habe mit mittlerweile 50 Gemälden weltweit die größte private Sammlung mit Werken Frankenthalers aufgebaut. „Wir machen nun diese Schätze erstmals der Öffentlichkeit zugänglich“, teilte eine Sprecherin des Museums mit.
Die Schau mit 32 Werken von 1950 bis 1989 wird mit dem Titel „Helen Frankenthaler. Move und Make“ am Sonntag (16. März) eröffnet.
Es sind großformatige und farbenfrohe Gemälde, die in diesem Umfang nach Angaben der Museumssprecherin noch nicht in Deutschland zu sehen waren. Nach ihren Worten war die US-Künstlerin Frankenthaler die Tochter einer deutschen Immigrantin aus Wiesbaden-Igstadt. Ihr Vater war ein New Yorker Richter. Die Wiesbadener Ausstellung mit zusätzlichen Werken einiger Wegbegleiter der amerikanischen Malerin ist bis zum 28. September zu sehen.
Durchbrüche in der Malerei
Helen Frankenthaler erzielte einst Durchbrüche in der Malerei. Sie ging über die Tropf- und Spritztechniken hinaus, die ihren Freund Jackson Pollock weltberühmt machten, als sie mit stark verdünnten Farben und anderen Materialien große unbehandelte Leinwände begoss. Dann wartete sie auf die Farbeffekte, beeinflusste sie erneut oder veränderte sie.
Die amerikanische Malerin amüsierte sich im Rückblick über die „Irritationen“, die sie als eine der führenden Repräsentantinnen des abstrakten Expressionismus einstmals ausgelöst hatte. „Manche Leute sahen meine Bilder als große Malerlappen, als etwas, womit man seinen Pinsel auswischt, statt es zu rahmen“, sagte Frankenthaler. Sie wollte nicht als „woman artist“ beschrieben werden. Ihre Bilder wurden während ihrer Karriere schon bald überall in den USA, in Europa und Südamerika gezeigt.
Museum Ernst